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Aus aktuellem Anlass

#GegenAnbindehaltung

 

„Stell Dir vor, du hast nichts verbrochen, Dir wird alles genommen und Du wirst gefangen gehalten…“

 

Genau das ist für viele Milchkühe in der Anbindehaltung Alltag.

 

Die Kühe sind über Monate oder sogar ihr ganzes Leben lang an einem festen Platz angebunden. Sie können sich kaum bewegen, nicht frei laufen, nicht selbst entscheiden, wann sie sich hinlegen oder aufstehen. Sozialkontakte zu anderen Kühen sind stark eingeschränkt.

Frische Luft, Weidegang und natürliche Verhaltensweisen bleiben ihnen oft verwehrt.

Ihre Körper werden auf maximale Milchleistung gezüchtet und genutzt. Die Milch, die eigentlich für ihr Kalb bestimmt ist, wird für den menschlichen Konsum entnommen.

Kurz nach der Geburt werden Kuh und Kalb voneinander getrennt. Die Mutter ruft oft tagelang nach ihrem Kalb, das Kalb nach seiner Mutter. Viele Kühe durchleben diesen Kreislauf aus Trächtigkeit, Geburt, Trennung und Milchgewinnung immer wieder. Wenn die Leistung nachlässt, endet ihr Leben meist im Schlachthof.

 

Aktuelle politische Situation:

In Deutschland ist die Anbindehaltung weiterhin weit verbreitet, besonders in Süddeutschland, obwohl sie für Tiere massive Einschränkungen bedeutet und aus Sicht vieler Tierschützer tierschutzwidrig ist. Vor der Grünen Woche in Berlin haben über 350 Tierärztinnen und Tierärzte in einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister ein sofortiges und verbindliches Ende der Anbindehaltung gefordert. Sie betonen, dass diese Haltungsform den Tieren unnötiges Leid zufüge, gegen grundlegende tiermedizinische Prinzipien verstoße und nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sei. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die Bundesregierung bisher ein bundesweites Verbot blockiere und fordern realistische Übergangsfristen sowie Förderprogramme für tiergerechtere Haltungsformen. Der Deutsche Tierschutzbund und Verbraucherorganisationen wie foodwatch unterstützen diese Forderungen und rufen ebenfalls zu einem Ende der Anbindung auf.

 

Anbindehaltung ist keine Vergangenheit, sondern vielerorts noch Realität.

Die Frage ist nicht nur, ob Kühe das aushalten können sondern, ob wir es verantworten wollen. Wenn der Mensch das Tier schon in seinen Dienst stellen will, sollte es als Mitgeschöpf den entsprechenden Respekt erfahren und nicht noch bestraft werden für ein ohnehin entbehrungsreiches Leben.